Was ist CCPM und wie unterscheidet es sich vom klassischen Projektmanagement?
Critical Chain Project Management (CCPM) ist ein Projektmanagement-Ansatz, der auf der Theory of Constraints (ToC) von Dr. Eliyahu Goldratt basiert. Im Mittelpunkt steht nicht die möglichst hohe Auslastung einzelner Mitarbeiter, sondern der optimale Durchsatz der gesamten Organisation. Während klassisches Projektmanagement häufig versucht, jedes Projekt für sich zu optimieren, betrachtet CCPM alle Projekte gemeinsam.
Warum werden unsere Projekte trotz voller Auslastung immer später fertig?
Hohe Auslastung bedeutet nicht automatisch hohe Produktivität. Im Gegenteil: Wenn Mitarbeiter gleichzeitig an vielen Projekten arbeiten, entstehen häufig Multitasking, Wartezeiten, Prioritätswechsel und Nacharbeit. Das verlängert die Durchlaufzeiten erheblich, obwohl alle beschäftigt sind.
Warum arbeiten alle ständig unter Hochdruck, aber trotzdem wird wenig fertig?
In vielen Unternehmen wird an zu vielen Projekten gleichzeitig gearbeitet. Dadurch verteilt sich die Aufmerksamkeit auf viele Aufgaben. Viel Arbeit wird begonnen, aber wenig wird abgeschlossen. Der Projektdurchsatz sinkt, obwohl die Auslastung hoch ist.
Warum verschieben sich Liefertermine immer wieder?
Liefertermine werden selten durch ein einzelnes großes Problem gefährdet. Meist summieren sich viele kleine Verzögerungen: fehlende Entscheidungen, Unterbrechungen, überlastete Experten oder unvollständige Projektvorbereitung.
Für welche Unternehmen eignet sich Ihr Ansatz?
Für Unternehmen, die mehrere Projekte gleichzeitig durchführen und dabei dieselben Ressourcen teilen. Typische Beispiele sind Maschinenbau, Anlagenbau, Produktentwicklung, Softwareentwicklung, Engineering oder Forschung und Entwicklung.
Wann ist Ihr Ansatz eher nicht geeignet?
Wenn Projekte nur eine untergeordnete Rolle spielen oder Ressourcen nicht gemeinsam genutzt werden. Dort entstehen andere Herausforderungen, die einen anderen Verbesserungsansatz erfordern. Und wenn der Nutzen im gemeinsam erstellten Business Case nicht wirtschaftlich dargestellt werden kann.
Brauchen wir dafür eine neue Software?
Nicht unbedingt. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist nicht die Software, sondern die Art, wie Projekte geplant, priorisiert und gesteuert werden. Oft reichen einfache Excel-Tools, um zu starten. Sobald jedoch viele Projekte und gemeinsam genutzte Ressourcen koordiniert werden müssen, kann eine spezialisierte CCPM-Software sinnvoll werden. Sie unterstützt insbesondere bei der Portfolio-Steuerung, der Priorisierung und der transparenten Steuerung über Fever Charts und Puffermanagement. Ob und wann eine solche Software sinnvoll ist, hängt von der Größe und Komplexität der Organisation ab und wird gemeinsam bewertet.
Wie startet eine Zusammenarbeit?
Zunächst prüfen wir gemeinsam, ob überhaupt ein relevantes Verbesserungspotenzial besteht. Dazu analysieren wir typische Symptome im Projektalltag und führen eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Auf Basis dieser Ergebnisse erstellt das Unternehmen gemeinsam mit uns einen Business Case.
Warum beginnen Sie mit einer anonymen Mitarbeiterbefragung?
Die Mitarbeiter erleben täglich, wo Projekte ins Stocken geraten. Ihre Einschätzung liefert häufig ein wesentlich realistischeres Bild als Kennzahlen allein. Die Anonymität sorgt dafür, dass Themen offen angesprochen werden können.
Was unterscheidet Sie von klassischen Projektmanagement-Beratern?
Wir kommen nicht mit fertigen Lösungen ins Unternehmen. Stattdessen entwickeln wir gemeinsam mit den Mitarbeitern ein Verständnis der Ursachen und unterstützen sie dabei, ihre eigenen Lösungen zu erarbeiten. Dadurch entstehen Akzeptanz, nachhaltige Veränderungen und eine deutlich höhere Umsetzungsgeschwindigkeit.
Unsere Mitarbeiter sind schon jetzt überlastet. Haben sie überhaupt Zeit dafür?
Gerade deshalb. Das Ziel besteht darin, unnötige Arbeit, Wartezeiten und ständiges Umpriorisieren zu reduzieren. Die Zeit für Verbesserungen entsteht häufig schneller, als viele Unternehmen erwarten.
Wann zeigen sich erste Verbesserungen?
Typisch bereits in den ersten 8 Wochen nach Start der Implementierung. Nachhaltige Verbesserungen entstehen durch konsequente Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung.
